Montag , 10 Dezember 2018

Die Woche der heiligen Verteidigung

Jeweils um den Jahrestag des irakischen Überfalls im Jahre 1980 findet im Iran „die Woche der heiligen Verteidigung" statt.

Der Begriff “heilige Verteidigung“ bezeichnet den Überfall des Irak unter Führung von Saddam auf die noch junge Islamische Republik Iran.Er dauerte vom 22. September 1980 bis zum 20. August 1988. Er endete mit hohen menschlichen und wirtschaftlichen Verlusten auf beiden Seiten, aber einer Islamische Republik Iran, die ihre erste schwere Bewährungsprobe überstanden hatte; letztendlich gegen die ganze Welt, da Saddam damals von den USA und dessen Verbündeten unterstützt wurde.

Am 22. September 1980 befahl Saddam der irakischen Armee, den Iran mit neun von insgesamt zwölf Divisionen auf einer 600 km breiten Front anzugreifen. Dies bildete den Beginn. Die Truppen marschierte nahezu widerstandslos in den Iran ein, da es keine intakte Armee gab, die Widerstand hätte leisten können. Der Einmarsch erfolgte derart reibungslos, das manche irakische Kommandeure eine Falle oder Hinterhalt vermuteten.

1984 begann im Persischen Golf der so genannte Tankerkrieg, der im Jahr 1987 auf seinem Höhepunkt anlangte und in dessen Verlauf mindestens 500 Tanker beschädigt oder zerstört wurden. Nachdem Kuwait 1986 um Hilfe für seine Tanker gebeten hatte, flaggten die USA elf Tanker um und beschützte die nun amerikanischen Schiffe in der Operation Earnest Will.

1985 kam es zum so genannten Städtekrieg, dem systematischen Raketen- und Artillerie-Beschuss iranischer Städte durch den Irak, wodurch viele Zivilisten getötet wurden. Dabei schickte Saddam im Monat Ramadan seine Raketen pünktlich zum Fastenbrechen [iftar].

Der Krieg war durch extreme Brutalität seitens des Irak gekennzeichnet, einschließlich des Einsatzes chemischer Waffen (Tabun, Senfgas) (1984), die später auch gegen die eigene kurdische Zivilbevölkerung sowie Aufstände in grenznahen Gebieten, insbesondere in Halabdscha, zum Einsatz kamen.

Im Sommer 1988 zeichnete sich ein baldiger Waffenstillstand an. In der Zuversicht, bald zu einem Waffenstillstand zu gelangen, startete Saddam noch einmal eine verheerende Offensive mit dem Einsatz aller ihm noch zur Verfügung stehenden Waffensysteme. In jenen Tagen legte Imam Chamene'i die Würden seiner Geistlichkeit ab und ging als Soldat an die Front und Tausende mit ihm, allein schon um ihn zu beschützen. Am 20.8.1988 endete der Krieg mit einem Waffenstillstand, den Imam Chomeini wie das Trinken aus einem Giftkelch empfand, eine Symbolik die auf das hindeutete, was den Ahl-ul-Bait (a.) im Laufe der Geschichte angetan wurde, denen er sich sehr eng verbunden fühlte.

Der abschließende Bericht des UN-Generalsekretärs vom 9. Dezember 1991 (S/23273) stellte ausdrücklich die „Aggression des Iraks gegen den Iran“ durch das Auslösen eines Krieges und die Störung der internationalen Sicherheit und des Friedens fest. Saddam wurde später von denjenigen gestürzt, die ihn damals so tatkräftig unterstützt hatten.