Montag , 18 Dezember 2017

Protokoll „Methodik des Islamunterrichts für Kinder“

Die Kulturabteilung der iranischen Botschaft veranstaltete am 25. Februar 2017 ein Workshop zur Methodik des Islamunterrichts für Kinder im Iran-Haus. Der Workshop fand in Kooperation mit dem Noor-e Mobin Institut in Teheran statt und wurde von Prof. Dr. Birgit Zweigle geleitet.

Prof. Dr. Birgit Zweigle besetzt die Professur für Didaktik und Methodik des Religionsunterrichts an der Evangelischen Hochschule Berlin. Mit der aktiven Mitarbeit der Teilnehmer, die im Gebiet des Islamunterrichts tätig sind oder an diesem Thema Interesse zeigen, wurde das aktuelle Thema des Islamunterrichts analysiert und hinsichtlich des Hintergrundes der Schüler und ihrem Umgang mit ihrem islamischen oder traditionellen Hintergrund erarbeitet.

Einen großen Wert in diesem Workshop behielt das Verständnis gegenüber dem Verhalten der Kinder und ihrer Probleme. Daher begann der erste Teil des Workshops mit dem Verständnis für Handeln. Mit einer kurzen Anlehnung an Immanuel Kant schaffte es Prof. Dr. Zweigle in geraumer Zeit dieses komplexe Thema den Teilnehmern verständlich darzustellen. Die Differenzierung in affektives, kognitives und pragmatisches Handeln, welcher man sich in der praktischen Ausführung des Handelns nicht direkt bewusst ist, wurde näher definiert um ein Verständnis für das gewöhnliche Handeln eines Kindes zu bekommen. Denn durch ebendiese verschiedenen Arten des Handels, entstehen Gewohnheitsmuster, welche ein Kind von klein auf sammelt und für sich behält. Doch ist es entscheidend, diese Muster zu erkennen und sich bewusst zu machen, dass Kinder mit Migrationshintergrund, bevor sie auf die Gewohnheitsmuster in Deutschland treffen, schon ihre eigenen Muster aufgebaut und sich angeeignet haben. So galt es für die Teilnehmer, in kleinen Gruppen die Gewohnheitsmuster eines Kindes in verschiedenen Institutionen, wie dem Kindergarten, der Schule und der Moschee zu analysieren und mögliche Probleme der Kinder auszuarbeiten. Die tiefe Auseinandersetzung und der Austausch der Meinungen in den Gruppen zeigte erkennbare Resultate. Folglich präsentierten Teilnehmer aus den jeweiligen Gruppen dem Plenum ihre Ergebnisse. So entstand die Möglichkeit in kurzer Zeit, sowohl selber die Theorie anzuwenden, als weitere Analysen der Teilnehmer kritisch zu erfassen und gegebenenfalls für sich zu gewinnen. Auch der Einwurf von Dr. Irmgard Pinn aus der Teheran Universität über externalisierende und internalisierende Kulturen schien den Teilnehmern einen weiteren Sichtpunkt zu liefern, da die Teilnehmer hierdurch eine Definition für den Unterschied der Kinder muslimischen oder laut Dr. Irmgard Pinn „asiatischen“ Hintergrunds und Kinder mit westlichem Hintergrund erhielten.

Im weiteren Verlauf legte Prof. Dr. Zweigle eine Basis, Geschichten aus dem Koran nützlich in der Erziehung der Kinder einzusetzen, am Beispiel der Geschichte von Moses aus dem Koran. Hierbei ging es darum, Erfahrungsschätze aus der Tradition den Kindern zu zeigen. Auch ein ähnliches Beispiel aus dem Alten Testament wurde für das bessere Verständnis hinzugefügt. Durch eine weitere Gruppenarbeit in denselben Gruppen lies Prof. Dr. Zweigle die Teilnehmer aktiv Geschichten aus dem Koran nach möglichen Lehrinformationen suchen. Die Teilnehmer setzten sich kritisch mit den Geschichten auseinander und bearbeiteten diese sehr präzise.

Beide Gruppenarbeiten lieferten jeweils für sich interessante Aspekte, da Teilnehmer, aus verschiedenen Bereichen, ihren themenspezifischen Sichtweisen nach analysierten. Dies regte dazu an, sich dem Thema auch von diversen anderen Blickwinkeln zu nähern.

Schließlich teilte Prof. Dr. Birgit Zweigle jeweils eine Methode spezifisch für die bearbeiteten Lernorte mit und bereicherte das gelehrte Wissen mit einer praktischen Möglichkeit dieses Wissen anzuwenden. Außerdem regte sie die Teilnehmer dazu an, einen Blick in die Institutionen, an denen sie aktiv mitarbeiteten, zu geben und auch ihre Vorgehensweisen zu beschreiben. Hierbei wurden neben Koranschulen oder gemeinnützigen Organisationen in Deutschland vorgestellt, sondern eine islamische Schule in Österreich und eine weitere Organisation in England.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmer bezüglich des Workshops und der Bitte auf weitere Workshops zu diesem Thema, hat sich der Kulturrat Seyed Ali Moujani zuversichtlich dazu geäußert und ein großes Dankeschön an Prof. Dr. Birgit Zweigle gerichtet und weitere Kooperationen sowohl mit Noor-e Mobin als auch Prof. Dr. Birgit Zweigle gewünscht.