Dienstag , 19 März 2019

Iranische Architektur und Kultur

Iran kann eine Geschichte von mehreren tausend Jahren mit vielen architektonischen Meisterwerke aufweisen.

Seine  Architektur entwickelte eine große Vielfalt. Einige Archäologen sind der Ansicht, dass Säulen das Grundelement der antiken iranischen Bauweise waren. Sie sehen in den hohen Steinsäulen, die sie in der Nähe von Schousch in dem historischen Hügel Mussiyan gefunden haben einen Beweis dafür. Das älteste Säulengebäude Irans ist die Hassanlu-Festung in Nordwestiran, südlich des Urumiyeh-Seees.

Aber auch die im Gebirge bei archäologischen Ausgrabungen gefundenen antiken Grabmäler weisen Steinsäulen auf. Die Reliefabbildungen  im Innern der Grabmäler deutet darauf hin, dass die Menschen jener Epoche an ein Leben nach dem Tod glaubten.

Die Architektur der Meder zeichnet sich  durch ihre großen Bauten mit  mächtigen Steinsäulen aus. Im 7. Jahrhundert vor Christus besiegten die Meder die  Assyrer im Zweistromland und begründeten dort wo heute die Stadt Hamadan steht,ihren Hauptsitz Ekbatana eigentlich:  Hegmatanah . Die Meder herrschten circa 2 Jahrhunderte lang. Ihr Bauweise war sehr einfach aber hatte einige typische Merkmale und kann als Ausgangspunkt der iranischen Architektur  betrachtet werden. Die Architektur der Meder übte mehrere Jahrhunderte lang auf die Architektur in den Nachbarländern Irans Einfluss aus.

Seit den Medern fand im Iran der Bau von großen Festungen, mit Befestigungsmauern, Zinnen, Toren und unterirdischen Geheimgängen  und einer Burgmauer Verbreitung.  Diese Burgen waren der  Hauptsitz der Herrscher. Es wurden aber auch Tempel und prächtige Säle für Zeremonien errichtet. Von außen waren sie schlicht gestaltet aber sie boten sowohl Schutz vor feindlichen Angriffen als auch vor heftigen Stürmen Schutz. Sogar für  eventuelle Erdbeben hatte man Vorkehrungen getroffen. Diese Art von Burgbau wurde bis zum 12. Jahrhundert nach der Hidschra, d.h. bis zum 18. Jahrhundert nach Christus beibehalten.Die iranische Bauweise wird nach sieben Hauptrichtungen unterschieden, zwei davon fallen in die Zeit vor dem Islam, nämlich die Bauweise der Perser und die Bauweise der Parther.

Im 6. Jahrhundert vor Christus entstand ein großes Imperium im Iran. Ein Prinz der Achämeniden  namens Kyros der Zweite – zu Persisch Kurosch versammelte zunächst die Perser und Meder und andere iranische Völker umeinander und begann danach sein Reich auszudehnen. Kyros der Zweite rief Baumeister und Künstler zur Errichtung von Regierungssitzen und Palästen herbei. Sie kamen aus verschiedenen Teilen des Reiches  und vereinten ihr einheimische Kunst mit der  Kunst der iranischen Vorfahren . Es wurde nur das beste Baumaterial  verwendet. Für die Abdeckung der Paläste in Tachte Dschamschid, welches die Griechen Persepolis nannten, wurde Holz  des Lotusbaumes aus Libanon  oder Sandel- und Teakholz aus Khandehar herbeigeschafft.  Die meisten Bauwerke dieser Epoche wurden auf einer großen Plattform errichtet.

Bevor  im Iran die  Persepolis  wurde, gab es bereits an vielen Orten auf der Welt Säulengebäude – und Paläste, aber bei keinem von ihnen war der Abstand zwischen den Säulen so groß wie in Persepolis. Dort betrug er manchmal circa 6,5 m. Außerdem wurde in Persepolis  Gestein durch Anwendung von Metallverstrebungen verstärkt und dies erlaubte den iranischen Baumeister den Bau von Säulen bis zu einer Höhe von 22 m.

Die Achämeniden ließen rund um ihre Häuser herum zusätzliche Mauern zur Befestigung errichten.  Die Steinsäulen schmückten sie mit Holz – oder Steinkapitellen. Des Nachts stellten sie auf den Dächern der Gebäude Lichter auf. Vor den Gebäuden wurden Terrassen mit mehreren Säulenreihen errichtet. Manchmal sogar auf zwei oder drei Seiten des Haupttraktes. Das älteste Bauwerk  aus der Zeit der Achämeniden  ist Pasargad . Es liegt in circa 48 km Entfernung von der Persepolis.  Pasargad besteht aus einem Tempel mit Steinsäulen, einem Steinturm, der im Volksmund„Gefängnis des Salomo“ genannt wird, und einigen kleinen Gebäuden, sowie einem Grabmal mit Schrägdach.

Diese Gebäude liegen auseinander,  aber lassen darauf schließen, dass sie aufgrund eines gemeinsamen Planes errichtet wurden. Die Bauweise und das Mauerwerk erinnert an griechische Architektur. Für die Böden wurden  Steinplatten verwendet. Während die oberen  Abschnitte der Mauern   aus Rohziegeln bestehen, sind die Mauerwände ansonsten mit Steinplatten und glasieren Kacheln geschmückt. Wir haben es mit einer  Kombination der Bauweisen im Zweistromland, Elamischen Reich, aus  Griechenland und Iran zu tun.  Gegen Ende der Herrschaft des Achämenidenkönigs Dareous, zu Persisch Dariusch ordnete dieser den Bau von größeren Palastanlagen an. In den Inschriften in Keilschrift wurde der Ort der Errichtung Parsa oder Parseh genannt. Das war der Name der Provinz im Südiran, die heute Fars heißt.

Die neuen Palastanlagen der Persepolis waren aus festen Gestein. Die Persepolis wurde auf einem Gelände von circa 13 Hektar errichtet und gliederte sich in 3 Abschnitte: Hauptgelände, höher gelegene Bauten, in der Ebene gelegene Bauten.

Heute  ist nur noch ein Steinskelett von diesen Bauten verblieben und vieles müssen wir anhand der  Reliefs an den Mauerresten rekonstruieren. Diese geben einen Eindruck von dem Leben zu Hofe der Achämeniden.

72 Säulen mit einer Höhe von fast 20 Metern und Kapitellen in Form von Tierköpfen stützten das Palastdach. Die Palästwände der Persepolis  schmückten beflügelte oder gehörnte Löwen. Auf den Mauern waren Reliefabbildungen von Kriegern zu sehen. Einige Mauern der Persepelis erreichten eine Mächtigkeit von fünfeihalb Metern. Es wurden Gesteinsblöcke mit einem Gewicht von bis zu 45 Tonnen  verwendet.

In der Persepolis war sowohl für  Erwärmung als auch für  Lüftung des Gebäudes gesorgt und  es gab eine unterirdische Wasserversorgungs – und Abwässeranlage.

Die Persepolis diente offensichtlich nicht als Verwaltungssitz sondern zur Demonstration von Reichtum und Macht. In dieser Palastanlage feierten die Achämeniden im Frühling das Norusfest, den Beginn des neuen Jahres. Sie diente für ausgiebige Empfänge.

Wie die auf den Wänden der Paläste in Stein gemeißelten Abbildungen widerspiegeln, wurden der Regierung von den Untertanen Tribute und Geschenke überbracht.

Zwei große Treppenaufgange führen von der Ebene zum Apadana-Palast hinauf.  Zu den Geschenken gehörten Tiere wie Pferde und Löwen aber auch Waffen, metallene Vasen, Gewänder und feine Stoffe.

Ein großer Saal mit 99 Säulen, der als Saal der 100 Säulen bekannt wurde, war Teil der Persepolis. In diesem Teil befand sich  die Schatzkammer der Achämeniden, in der sie uns wertvolle Spuren ihrer Kultur hinterließen. Die  Fassadenausschmückung der Bauwerke der Achämeniden sind so realistisch gestaltet, wie wir es selten in anderen Epochen der Weltarchitektur vorfinden.

Bevor der Mazedonische Feldherr Alexander 331 nach Christus, die Persepolis in Brand steckte ließ er die   wertvollen Gegenstände aus der Schatzkammer nach Giechenland bringen. Es handelte sich unter anderem  um Goldbarren,  Schmuck, Teppiche und Waffen. Die Steinsäulen und schönen Steinmetzarbeiten der Persepolis hielten jedoch der Brandstiftung Stand.