Mittwoch , 19 Juni 2019

Öldscheitü-Mausoleum

Das heute noch in Großteilen erhaltene Öldscheitü-Mausoleum (persisch گنبد سلطانیه) entstand zwischen 1302 und 1312 in Soltanije im Iran und war ursprünglich für Ali ibn Abi Talib (Vetter und Schwiegersohn Mohammeds) und dessen Sohn Hossein bestimmt. Letztlich wurde der Bauherr, Mongolensultan Öldscheitü Chodabande, darin begraben.  
Das Gebäude wird architektonisch in eine Nachfolge zum Felsendom in Jerusalem gestellt und geht dem Taj Mahal zeitlich voraus. Es ist der einzige Überrest der einstigen Hauptstadt zur Zeit der Ilchane, beeindruckt in der Außenwirkung durch seine kompakte Architektur.
 
Überwölbt wird das achteckige Bauwerk von einer Rundkuppel, die mit einer Höhe von 35,1 Metern und zu den größten der Welt gehört. Auf dem wuchtigen Unterbau thronten auf den Eckoberkanten acht Minarette (wenig erhalten). Der Bau, bestehend aus drei Etagen, gibt darunter den mittleren, überwölbten Rundgang frei.
 
Beispielhaft für die sorgfältige Ausgestaltung sei der mittlere Rundgang genannt. Kreisförmige Strukturen um Kernmotive sowie florale Muster, wie man sie auch von Perserteppichen kennt, zieren den Gang ebenso wie viele Inschriften als schöne Beispiele für die verbliebene iranisch-mongolische Kunst.
 
Besonders erwähnenswert, wenn auch kaum erhalten, sind die blauen und türkisfarbenen Kacheln, mit denen das Gebäude verkleidet war und die breite Kufi-Inschrift am Trommelansatz der Kuppel. Das Öldscheitü-Mausoleum wurde 2005 zusammen mit der Stadt Soltanije von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.