VIERTES IRANISTIK-FORUM 2019 – FACHTAGUNG FÜR IRANISTIK IN BERLIN 30. Juni 2019| Iran-Haus Berlin

Prof. Dr. Roland Pietsch
Die iranische Lichtmetaphysik und ihre weitreichenden Zusammenhänge

Kurze Inhaltsangabe:
Die Lichtmetaphysik Šihāb al-Dīn Yaḥya al-Suhrawardīs (1154-1209) ist der Höhepunkt der iranischen Lichtmetaphysik überhaupt. Ausgehend von dieser mystisch-metaphysischen Lichtlehre Suhrawardīs wird der Versuch unternommen, ihre weitreichenden Zusammenhänge und Übereinstimmungen mit anderen Lehren aufzuzeigen.

Zunächst wird auf die allgemeine Bedeutung von Symbolen eingegangen, die im Wesentlichen dazu dienen Wahrheiten auszudrücken, die alles diskursive Denken übersteigen. Danach wird dargestellt, wie Suhrawardīs seine Lichtmetaphsik auf der Grundlage der Lichtlehre des Korans entfaltet und den Hervorgang der Lichter aus dem Urlicht oder dem Licht der Lichter ( nūr al-anwār) ableitet. Anschließend wird gezeigt, wie er die weitrreichenden Zusammenhänge als Übereinstimmung der koranischen Lichtlehre mit der altpersischen Lichtlehre (Khorra, Xvarnah) und der Lichtlehre Platons aufzeigt. Zum Schluß wird kurz auf mögliche Zusammenhänge der altpersischen Lichtlehre von Xvarnah mit dem Mythos vom heiligen Gral hingewiesen sowie auf den byzantinischen Gelehrten Georgios Gemistos Plethon (1355-1452), der bei seinem Aufenthalt im Osmanischen Reich die Lichtmetaphysik Suhrawardī kennengelernt haben soll.

Check Also

Webinar: Spiritualität in einer veränderten Welt |Der Beitrag von Imam Chomeini (r)

Das Iran-Haus lädt am Freitag, dem 5. Juni 2020 zu einer Online-Vortragsveranstaltung zum Thema Spiritualität …

Täbris, Weltstadt der Teppichweberei seit 2015

Die Metropole Täbris, heute die Hauptstadt der ostaserbaidschanischen Provinz, hat in der iranischen Geschichte eine …

Das elfte Gebot: Israel darf alles: Klartexte über Antisemitismus und Israel-Kritik

Die systematische Entrechtung der Palästinenser durch Israel in nahezu allen Lebensbereichen ist seit vielen Jahren …